Für wen eignet sich eine C-Brace-Orthese?

Hallo zusammen,

ich informiere mich momentan über moderne Ganzbeinorthesen und bin dabei auf das C-Brace gestoßen. Unter cbrace wird das System als mikroprozessorgesteuerte Ganzbeinorthese beschrieben, die insbesondere für Menschen mit verminderter Kniekontrolle beziehungsweise nicht ausreichend aktiver kniestreckender Muskulatur gedacht ist. Anders als eine klassische Ganzbeinorthese soll das C-Brace sowohl die Stand- als auch die Schwungphase kontrollieren und die Bewegungen mithilfe von Sensoren in Echtzeit erfassen.

Mich würde interessieren, wie groß der Unterschied zu einer herkömmlichen Ganzbeinorthese im tatsächlichen Alltag ist. Laut Beschreibung stabilisiert das System das Knie während der Standphase, ermöglicht während der Schwungphase eine freiere Kniebewegung und kann seine Unterstützung unter anderem beim Hinabgehen von Treppen, auf Rampen und auf unebenem Gelände anpassen. Merkt man diese Unterstützung unmittelbar oder braucht man zunächst längere Zeit, bis man sich an die mikroprozessorgesteuerte Bewegung gewöhnt hat?

Besonders interessieren würde mich das Gehen auf schwierigeren Untergründen. Wie sicher fühlt sich das C-Brace beispielsweise auf Kopfsteinpflaster, Waldwegen, abschüssigen Wegen oder beim Überwinden von Bordsteinen an? Funktioniert die automatische Anpassung auch bei schnellen Wechseln zwischen verschiedenen Untergründen zuverlässig und kann man dadurch im Alltag tatsächlich wieder Wege bewältigen, die mit einer klassischen Orthese nur schwer möglich waren?

Auf der Seite wird außerdem von einem natürlicheren Gangbild, geringerem Energieaufwand beim Gehen und deutlich weniger Stürzen gegenüber klassischen Ganzbeinorthesen berichtet. Wie stark machen sich diese Unterschiede bei längeren Strecken bemerkbar? Kann man beispielsweise länger laufen beziehungsweise stehen, ohne so schnell zu ermüden, und fühlt sich das Gehen insgesamt flüssiger an?

Auch der Ablauf bis zur endgültigen Versorgung interessiert mich. Bei rahm ist zunächst eine persönliche Eignungsprüfung vorgesehen, danach folgt eine dynamische Testphase mit einer Test-Orthese. Erst wenn sich dabei zeigt, dass das C-Brace für den jeweiligen Nutzer geeignet ist, folgen Kostenvoranschlag und Antrag beim Kostenträger sowie später 3D-Vermessung, individuelle Anfertigung, Anpassung und Training. Wie umfangreich ist eine solche Testphase und kann man dabei bereits realistisch beurteilen, welche Verbesserungen im eigenen Alltag möglich wären?

Außerdem frage ich mich, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit das C-Brace überhaupt infrage kommt. Als mögliche Ursachen für eine verminderte Kniekontrolle werden beispielsweise inkomplette Querschnittslähmung, Schädel-Hirn-Trauma, Nervenschädigungen oder Multiple Sklerose genannt. Welche körperlichen Fähigkeiten müssen trotz der Einschränkung noch vorhanden sein und wie wird bei der Eignungsprüfung festgestellt, ob man das System sicher nutzen kann?

Interessant finde ich auch die individuelle Einstellung der Orthese. Das mikroprozessorgesteuerte Gelenksystem wird auf den jeweiligen Nutzer programmiert und anschließend findet ein Training mit zertifizierten Physiotherapeuten statt. Wie lange dauert es erfahrungsgemäß, bis man Bewegungsabläufe wie normales Gehen, Hinsetzen und Aufstehen, Rampen oder Treppen sicher beherrscht?

Wer selbst ein C-Brace trägt oder bereits eine Testversorgung gemacht hat: Wie waren eure Erfahrungen mit der Testphase, der individuellen Anpassung und dem Training? Mich würde besonders interessieren, wie stark sich Sicherheit, Bewegungsfreiheit, Kraftaufwand und Selbstständigkeit im Alltag gegenüber einer klassischen Ganzbeinorthese tatsächlich verändert haben.



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