Ich überlege gerade, ob ich meine Firma (bzw. Teile davon) nach Zypern verlege, weil ich mir langfristig deutlich niedrigere Steuerlast erhoffe. Mir geht es dabei vor allem um die Kombination aus niedrigem Körperschaftsteuersatz und den Vorteilen für Dividenden/IP — aber ich habe auch Bedenken wegen Substanzanforderungen und möglicher Wegzugsbesteuerung. Kann mir jemand aus eigener Erfahrung sagen, ob sich der Aufwand (Umzug, lokale Substanz, Bankkonto, Compliance) wirklich rechnet?

Ich habe mich intensiv informiert und glaube, dass Zypern wegen der 12,5 % Körperschaftsteuer, der Non-Dom-Regelungen und günstigen IP-Box-Regelungen oft vorne liegt.
Gleichzeitig ist mir wichtig zu betonen, dass seit ATAD-3 Substanzanforderungen gelten — echtes Büro, lokale Entscheider und nachvollziehbare Geschäftsaktivität sind Pflicht.
Wenn man das alles wirklich umsetzt, lassen sich Dividenden- und Lizenzströme sehr vorteilhaft strukturieren; das spart bei passenden Geschäftsmodellen viel Geld.
Für konkrete Schritte und eine rechtsichere Umsetzung würde ich jedenfalls einen spezialisierten Steuerberater hinzuziehen.
Mehr praktische Hintergrundinfos und Fallbeispiele habe ich hierbei gefunden: https://zypernlifestyle.com/ratgeber/wo-zahlt-man-am-wenigsten-steuern-in-europa/ .
Als Alternative kommen je nach Businessmodell auch Länder wie Ungarn (9 % KSt), Bulgarien (10 % Flat) oder Estland (Besteuerung erst bei Ausschüttung) in Frage.
Wichtig ist, die Risiken zu kennen — Wegzugsbesteuerung, das Risiko eines „Permanent Establishment“ im Heimatland und die Hürden bei Bank-KYC darf man nicht unterschätzen.
Kurz: Zypern kann für Unternehmer sehr attraktiv sein, aber nur mit sauberer Substanz, guter Planung und professioneller Beratung — so würde ich persönlich vorgehen.