Warum kommen manche Pferde nicht zur Ruhe – Rolle des vegetativen Nervensystems?

Hey zusammen, ich habe bei einigen meiner Pferde beobachtet, dass sie trotz ausreichend Bewegung, guter Fütterung und ruhiger Haltung oft unruhig sind, sich schwer entspannen lassen oder sehr schnell „auf 180“ sind, selbst in scheinbar nichts aufregenden Situationen. Mich würde interessieren, ob es physiologische Gründe geben kann, die solche Verhaltensmuster erklären – insbesondere in Bezug auf das vegetative Nervensystem. Wie beeinflusst dieses System das Verhalten und die Ruhephasen von Pferden, welche Stress- oder Erregungsreaktionen kann es auslösen und worauf sollte man bei der Haltung, Fütterung oder dem Training achten, um diesen Aspekten gerecht zu werden? Könnt ihr das bitte sachlich erklären und erläutern, welche Mechanismen dabei eine Rolle spielen?



Eine Antwort zur Frage “Warum kommen manche Pferde nicht zur Ruhe – Rolle des vegetativen Nervensystems?

  1. Nino am 5. März 2026

    Hallo,
    das vegetative Nervensystem (VNS) ist bei Pferden – wie bei allen Säugetieren – für die Regulation lebenswichtiger, unwillkürlicher Prozesse zuständig, etwa Herz- und Atemfrequenz, Verdauung, Stressreaktionen und allgemeine Homöostase. Es besteht aus dem Sympathikus, der Aktivität, Alarmbereitschaft und „Kampf- oder Flucht“-Reaktionen steuert, sowie dem Parasympathikus, der für Entspannung, Regeneration und Erholung verantwortlich ist.

    Wenn ein Pferd häufig erregt wirkt oder Schwierigkeiten hat, zur Ruhe zu kommen, kann dies bedeuten, dass der Sympathikus im Alltag übermäßig aktiviert ist oder der Parasympathikus weniger ins Gleichgewicht kommt. Das kann viele Ursachen haben: ungewohnte Reize in der Umgebung, innere Anspannung, Schmerzen oder Unwohlsein, unpassende Fütterung (z. B. zu viel Energie oder reizende Komponenten), unregelmäßiger Tagesablauf oder mangelnde Erholungsphasen.

    Ein dauerhaft aktiver Sympathikus kann dazu führen, dass Pferde schneller erschrecken, schneller „hochfahren“, schwer entspannen und länger brauchen, um wieder in Ruhephasen zu gelangen. Im Gegenzug unterstützt ein aktiver Parasympathikus Ruhe, Verdauung und Regeneration – etwa nach intensiver Bewegung oder in Phasen geringer Aktivität. Auch der Übergang zwischen diesen Zuständen ist wichtig: Pferde brauchen sowohl Belastungsphasen als auch gezielte Entspannungszeiten, damit sich das Nervensystem ausbalancieren kann.

    Bei der Haltung und im Training kann man darauf achten, den Tagesablauf möglichst stressarm zu strukturieren, regelmäßige Ruhephasen einzubauen, eine angepasste Fütterung zu wählen und auf körperliche Bedürfnisse wie Schmerzfreiheit und ausreichende Bewegung zu achten. Auch Maßnahmen wie gezielte Entspannungsübungen, vertraute soziale Kontakte im Herdenverband und eine stabile, vorhersehbare Umgebung können dazu beitragen, den Parasympathikus zu stärken und unruhiges Verhalten zu reduzieren.

    Eine sachliche und vertiefende Erklärung, wie das vegetative Nervensystem Pferdeverhalten beeinflusst und welche Zusammenhänge dabei bestehen, findet ihr unter https://ahipos-horses.de/blogs/news/warum-manche-pferde-nie-wirklich-zur-ruhe-kommen-das-vegetative-nervensystem-erklart.

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